2026

Kühne, Olaf; Berr, Karsten; Jenal, Corinna (Hg.) (2026): Neopragmatismus und Raum. Wiesbaden: Springer VS.

Ziel des Bandes ist es, das Potenzial neopragmatistischer Ansätze für die raumbezogene Forschung systematisch zu erschließen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich mit neopragmatistischen Perspektiven soziale Prozesse in ihrer räumlichen Dimension neu denken und erforschen lassen. Damit verbindet der Band philosophische Grundlagenreflexion mit konkreten Anwendungsbezügen in der Raumforschung – insbesondere in der Regionalgeographie. Der Sammelband bringt Beiträge zusammen, die sowohl theoretisch-konzeptionelle Überlegungen als auch empirische Fallstudien umfassen. Behandelt werden unter anderem folgende Themenfelder: Grundzüge des (Neo-)Pragmatismus und deren Bedeutung für Sozial- und Raumwissenschaften; Bestehende Konzepte an der Schnittstelle von Raumtheorie und (Neo- )Pragmatismus; Potenziale neopragmatistischer Perspektiven für die Weiterentwicklung regionalgeographischer Fragestellungen; Empirische Fallbeispiele neopragmatistisch inspirierter raumbezogener Forschung.


Filipović, Alexander (2026): Pragmatismus, Gerechtigkeit, Technikethik. Aktualisierungen Christlicher Sozialethik im 21. Jahrhundert. Paderborn: Brill/Schöningh.

Der Band beleuchtet aus der Perspektive der Christlichen Sozialethik die Philosophie des Pragmatismus, schärft den normativen Ansatz gerechter Beteiligung und stellt sich zentralen anthropologischen und technikethischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Zusammen zeigen die Beiträge, wie durch philosophische, politisch-ethische und technikethische Vergewisserungen den sozialethischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts besser begegnet werden kann. Im Zentrum stehen Praxis, Demokratie, Teilhabe, soziale Gerechtigkeit, Literacy, Medien und Künstliche Intelligenz. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen stellt eine notwendige Aktualisierung des Fachs Christliche Sozialethik dar.


Nagl, Ludwig (2026): Artificial Intelligence, Enlightenment, and Shapes of Faith Today. Münster: LIT Verlag.

Drei Diskurse sind für jede philosophische Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Denken von herausragender Bedeutung: erstens der Diskurs über künstliche Intelligenz und digitale Kommunikation; zweitens Untersuchungen, die sich mit den heutigen komplexen Neukonzeptionen der Aufklärung befassen; drittens Reflexionen über jüngste Versuche, Religion philosophisch zu ergründen, indem die heutigen Formen des Glaubens untersucht werden. Dieses Buch ist in drei Teile gegliedert und umfasst zwölf Aufsätze, die sich mit den antagonistischen Wechselbeziehungen dieser drei Diskurse sowie mit ihrer gegenseitigen Ergänzung befassen.


Jung, Matthias (2026): Sinn und Organismus. Wie Verkörperung Menschsein ermöglicht. Berlin: Matthes & Seitz.

Was macht uns eigentlich zu Menschen? Matthias Jung zeigt in seinem Essay, dass Sinn und Bedeutung keine reinen Produkte des Geistes sind, sondern tief in unserer körperlichen Existenz wurzeln. Gegen transhumanistische Träume einer Befreiung vom sterblichen Organismus argumentiert er: Nur verletzliche, fühlende Lebewesen können überhaupt erfahren, was bedeutsam ist. Und nur wenn wir verstehen, dass unser Geist auf die Natur angewiesen bleibt, können wir die zerstörerischen Konsequenzen unserer Lebensweise erkennen. Vom ursprünglichen Entstehen der Bedeutung im leiblichen Erleben bis zur digitalen Revolution unserer Zeit verfolgt Jung die These, dass verkörperte Kognition die Grundlage allen Sinns bildet. Weder Künstliche Intelligenz noch virtuelle Realitäten können den »Bedeutungsindikator« Organismus ersetzen. Eine Welt ohne Verletzlichkeit wäre eine Welt ohne Relevanz – der Nihilismus stünde vor der Tür.


Wortmann, Kai (2026): An den Grenzen der Kritik. Perspektiven einer post-kritischen Erziehungswissenschaft. Weilerswist-Metternich: Velbrück Wissenschaft.

Kritik stößt an ihre Grenzen: Sie ist in den Sozialwissenschaften weit verbreitet, aber vorhersehbar und kraftlos geworden. Diese Studie erkundet post-kritische Alternativen, ohne die Errungenschaften Kritischer Theorien aufzugeben. Aufbauend auf pragmatistischen und poststrukturalistischen Theorieangeboten entfaltet das Buch ein perspektivenreiches Plädoyer für Relationalität, Symmetrie und Affirmation. Es lädt dazu ein, pädagogische Phänomene neu zu beschreiben und sozial- und erziehungswissenschaftliches Denken abseits vertrauter kritischer Sprechweisen zu erkunden.


Schildermans, H. / Rohstock, A. / Rieger-Ladich, M. / Bentele, J. und Wortmann, K. (Hg.): 2026. Bruno Latour. Pädagogische Lektüren. Wiesbaden: Springer VS.

Bruno Latours Schriften haben auf höchst relevante und innovative Weise zur Diskussion in der Wissenschaftsphilosophie, der Gesellschaftstheorie und der empirischen Sozialforschung beigetragen. Das Buch bezieht die Einsichten von Latour zu Akteur-Netzwerk-Theorie, Existenzweisen, Dingpolitik und Klimawandel auf Debatten in der Erziehungswissenschaft. Im Zentrum steht die Frage, wie bestehende pädagogische Annahmen, Fragestellungen und Theorien mit Latour neu und weiter gedacht werden können.


Articles:

Braun, C. (2026): “Good Character”. In: L. J. Waks & A. R. English (Hrsg.), John Dewey’s Human Nature and Conduct: A Centennial Handbook. Cambridge: Cambridge University Press, 98–107. https://doi.org/10.1017/9781009446389.011

Kaeslin, I. (2026): “Democracy, Inclusiveness, and Open-Minded Attention.” In: Queiroz, R. Understanding the Value of Democracy in the 21st Century. By the People, For the People. Berlin, Boston: De Gruyter.

Seibert, C. (2026): „Abenteuer im Gewöhnlichen. Zur Funktion mystischen Erlebens bei William James.“ In: Die Vielfalt mystischer Erfahrung. Theologische, philosophische und religionswissenschaftliche Annäherungen, hg. v. Mariano Delgado/Volker Leppin, Basel: Kohlhammer.

Viola, Tullio (2026): “La roue et la fractale. Diagrammes, métaphysique et histoire naturelle chez le jeune Peirce.” In: Forme et diagramme: problèmes de morphogenèse dans la pensée, l’art et la nature, edited by Fabien Ferri and Laurence Gaida. Paris: Spartacus-Idh.