„Wenn man wie der Verfasser jahrelang in den Bahnen des deutschen Idealismus gedacht hat, so will man wissen, wie es mit dem Verhältnis von Theorie und praktischem Verhalten im Allgemeinen steht. Hierüber geben die modernen, instrumentalistischen Versionen des Empirismus keine befriedigende Auskunft. Worauf geht die Erkenntnis letzten Endes aus? Hat sie ihr eigenes Ziel und im Verhältnis dazu ihre eigene Gültigkeit? Oder ist ihr Ziel bestenfalls eine Setzung praktischer Vernunft, schlimmstenfalls das Rätsel eines blinden Lebensschicksals? Wenn man es nicht vorzieht, diese Fragen durch einen hinlänglich reduzierten Begriff von Philosophie überflüssig zu machen, so kann man sich für sie im Umkreis des Pragmatismus keinen besseren Rat holen als bei Peirce.“ Hans Friedrich Fulda arbeitet in seiner Habilitationsschrift von 1969 die Erkenntnislogik des späten Peirce heraus. Dabei grenzt er sich scharf gegen instrumentalistisch geprägte und transzendentallogische Peirce-Deutungen ab, wie sie Habermas und Apel vertraten. Die Schrift wird hier erstmals publiziert, ergänzt durch die beiden einzigen Aufsätze, in denen Fulda auf Peirce zurückkam, und eine Einführung der Herausgeberin.
The impact of climate change on young people and future generations has become a key issue globally, and current international law-making processes insufficiently represent the interests of these groups. While ideally the interests of future generations would be mainstreamed, the authors argue that proxy-style mechanisms for representing future generations should urgently be pursued as a parallel strategy. This book analyses existing institutions in the UN which indirectly represent vulnerable groups and uses a novel combination of legal and philosophical methods based in the tradition of John Dewey’s pragmatism and International Legal Realism. Chapters include case studies of climate change cases brought before international courts, tribunals and the UN envoy to demonstrate how representation of future generations can be implemented to bring about institutional reforms. Written in accessible language, it will make a useful reference for researchers, graduate students and policymakers in international environmental law, global environmental governance and environmental philosophy.
Demokratie, so zeigt sich in der gegenwärtigen Lage unmissverständlich, ist kein naturwüchsiger Zustand, keine Selbstverständlichkeit – sie ist das Ergebnis kontinuierlichen Ringens um Teilhabe, Pluralität und Rechtssicherheit. Dieser Sonderband knüpft daran an und versammelt Positionen aus verschiedensten Bereichen der Gesellschaft. Dazu werden zunächst konzeptionelle Überlegungen angestellt, gefolgt von der Frage, was „corporate political responsibility“ praktisch bedeuten kann. Abschließend rückt die Verantwortung gesellschaftlicher Akteure in den Fokus. Die disziplinübergreifenden Beiträge laden Leser:innen aus allen gesellschaftlichen Bereichen zur Auseinandersetzung mit demokratischer Teilhabe – speziell im Bereich der Wirtschaft – ein.
Bürgerschaftliches, ehrenamtliches Engagement wird in Politik und Medien einerseits als »Motor der Demokratie« bezeichnet, andererseits wird es als Ausbeutung angeprangert und stattdessen die Schaffung regulärer Arbeitsplätze gefordert. Dabei reden beide Seiten häufig über Engagement und Engagierte. In diesem Band kommen Engagierte einer Suppenküche in Ostdeutschland zu Wort und schildern ihre Situation, die Probleme, die sie bewegen, ihre Erfahrungen und ihre Wünsche. Ihre Erzählungen zeigen, wie bedeutend die Situation und der Raum sind, in welchen das Engagement stattfindet. Bettina Hollstein rekurriert auf Theorien von Hans Joas (Kreativität des Handelns), Hartmut Rosa (Resonanz und Wir-Sinn) und Jane Addams (sympathetic understanding), um ein besseres Verständnis der Rolle von Engagement für den Zusammenhalt der Gesellschaft und die Demokratie zu gewinnen. Das Buch leistet einen Beitrag, Mittel gegen die aktuellen Krisen des Zusammenhalts und der Demokratie zu finden.
Wie entsteht Sinn in einer Welt voller digitaler Technologien? David J. Krieger schlägt eine neue Informationsphilosophie als Grundlage für eine Revision des Pragmatismus vor. Dazu verbindet er ihn mit Systemtheorie, Akteur-Netzwerk-Theorie und Posthumanismus: Sinn entsteht aus normativ geleiteten sozialen Praktiken, Sinn ist eine emergente Ordnungsebene jenseits von Materie und Leben und umfasst alles, was zur Gesellschaft und zur Welt gehört, und an den sozialen Praktiken, die Sinn konstruieren, sind Menschen und Nichtmenschen gleichberechtigt beteiligt. Die Normen, die die sinnkonstituierenden sozialen Praktiken leiten, lassen sich dabei aus den Affordanzen digitaler Technologien ableiten.

Joas, Hans (2025): Universalismus. Weltherrschaft und Menschheitsethos. Berlin: Suhrkamp Verlag.


Anfang in der Endlichkeit des Menschen nehmen und sich als Einwilligung ins Zufällige – Marquard – oder als ironische Nutzung von Kontingenz – Rorty – übersetzen lassen. Den Zielpunkt bildet die praktische Philosophie der narrativen Authentizität, der es um den Einzelnen zu tun ist und die sich zur lebensweltlichen Entdeckung und Direktive kristallisiert: Wir alle können Geschichte schreiben – zumindest die unseres eigenen Lebens.

Basierend auf den theoretischen Arbeiten von Charles S. Peirce und Robert B. Brandom argumentiert diese Monographie, dass der Zugang zu handlungstheoretischen Aspekten sozial-kommunikativer Praktiken durch eine semiotische Analyse alltäglichen Handlungsbeschreibungen gelingen kann. Dieser handlungsexplikative Ansatz setzt bei intentionalen Verben und ihren inferenziellen Aspekten an und verfolgt die Signifikanz und Signifikation sprachlicher Zeichen aus einer pragmatistischen Perspektive. Dass intentionale Verben als konstitutives Element der Emergenz diskursiver Intentionalität funktionieren, kann anhand der Rolle von Handlungskraft, kommunikative Rollen und diskursiven Normen in sozial-kommunikativen Praktiken dargelegt werden.
Articles
Fuchs, T./Jung, M./Schlette, M. (2025): Einer KI geht es um nichts. Bildung und
Verkörperung im digitalen Zeitalter. In: Zeitschrift für Kulturphilosophie 2025/1, 141-152.
Honnacker, A., Prugger, J., Rosendorfer, T., Meuche, A., Reder, M., & Apfelbacher, C. (2025): Adopting vulnerability and power-sensitive pluralism for a pragmatist turn in policy-advice. Impulses from a critical framework of public health. In: Critical Public Health, 35(1). https://doi.org/10.1080/09581596.2025.2516031
Honnacker, A. (2025): Religion und Öffentlichkeit. In: Schulz, Heiko / Wenzel, Knut / Wiese, Christian (Hg.): Handbuch Religionsphilosophie. Geschichte – Konzepte – Kontroversen, Stuttgart: J.B. Metzler, 773-785.
Kettner, M. (2025): Eight Notes on Power and Algorithms. In: Pause, Johannes / Purschke, Christoph / Baumann, Isabell Eva / Dembeck, Till / Mein, Georg (Hg.): The Humanities and the Rise of AI. Implications of Cultural and Societal Engineering, Esch-sur-Alzette: Melusina Press. https://www.melusinapress.lu/read/1981-5791-enop/section/c999d04c-dbee-40a3-b5b4-27ea98599ea2
Kramm, M. (2025): A Tale of Two (and More) Models of Rights of Nature. In: Environmental Ethics, 47(2) (21 p.).
Langner-Pitschmann, A. (2025): Religion und Macht. In: Schulz, Heiko / Wenzel, Knut / Wiese, Christian (Hg.): Handbuch Religionsphilosophie. Geschichte – Konzepte – Kontroversen, Stuttgart: J.B. Metzler, 763-771.
Schlette, M. & T. Viola (Hg.) (2025). „Symposium on Matthias Jung, Leben und Bedeutung (De Gruyter).“ In: European Journal of Pragmatism and American Philosophy XVII-2 2025. https://journals.openedition.org/ejpap/5254
Seibert, C. (2025): „Wandering, Crisis, and Loyalty Reflections on Royce“. In: Pragmatism Today Vol. 16, Issue 2, 2025, 45-53.
Interviews
Müller, M. (2025): „Machen statt meckern. Was wir vom Pragmatismus lernen können„, Interview über die Philosophie des Pragmatismus und Richard Rorty, In: Deutschlandfunk Kultur, 02. März 2025.





